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Spitzschwanzmakropoden

Für die meisten Aquarianer müssen die Pfleglinge immer präsent sein. Bunt sollen sie sein, das Aquarium ständig nach Futter durchsuchen und stets munteres abwechslungsreiches Verhalten zeigen. Und das alles völlig friedlich. Spitzschwanzmakropden sind da etwas anders. Sie sind eher ruhig, manchmal beinahe etwas scheu. Knallige Farben tragen sie auch nicht. Doch haben auch sie ihre Freunde gefunden und fast immer im Handel zu bekommen. Mit etwas Geduld findet der Interessent diese Fische deshalb ohne größere Probleme - und kann mit ihrer Beobachtung viele schöne Stunden verbringen.

Bekannt sind derzeit nur zwei Arten

Pseudosphromenus Cupanus
Ein Männchen der Art Pseudosphromenus Cupanus.

Die Gattung Pseudosphromenus zählt derzeit die beiden Arten Pseudosphromenus cupanus, bei uns als Spitzschwanzmakropode bezeichnet, und Pseudosphromenus dayi, den roten Spitzschwanzmakropoden. Die Gattung gehört in die Unterfamilie Macropodinae (Familie Belontidae) und ist verwandt mit den Gattungen Betta, Macopodus, Malputta, Parosphromenus und Trichopsis.

Freundlicher Gesellschafter der nicht allzu groß wird

Beide Arten werden nicht besonders groß. Maximal etwa sechs Zentimeter messen schon recht gut ausgewachsene Exemplare. Da sie untereinander auch kaum einmal Streit haben, kann es schon eine kleine Gruppe von vier bis sechs Exemplaren ganz problemlos in einem kleinen Aquarium von vielleicht 60 Liter Inhalt untergebracht werden. Die Männchen werden, wenn sie einander begegnen, bestimmt einige Droh- und Imponiergebärden zeigen, aber das geht für den Unterlegenen immer schadlos aus. Daher kann der beobachtende Aquarianer sehr oft die herrlich abgespreizten Flossen beim so genannten "Breitseitendrohen" bewundern.

Spitzschwanzmakropoden sind friedliche, manchmal etwas scheue Wesen, die ihren Lebensraum lieber mit ähnlichen Charakteren teilen, als dem Stress und der Hektik eines bunten Treibens von Barben oder Lebedgebärenden ausgesetzt zu sein. Wer noch passende Gesellschaft für seine Spitzschwanzmakropoden sucht, der sollte sich am ehesten an eine Truppe Panzerwelse oder die ebenfalls ruhigen Harnischwelse halten, die die Bodenregion etwas beleben. Für die Wasseroberfläche eignen sich recht gut auch Halbschnabelhechte oder klein bleibende Arten von Hechtlingen. Bei einer solchen Besetzung können alle genannten Arten friedlich nebeneinander existieren und kommen sich auf der Futtersuche und bei der Fortpflanzung nicht ins Gehege. In einem Aquarium, dessen Fischgesellschaft mit Bedacht und entsprechend den Ansprüchen der Fische zusammengestellt wurde, werden sich die Spitzschwanzmakropoden als nicht sehr scheu erweisen und regelmäßig zu sehen sein. So hat der Aquarianer viel Freude an diesen hübschen Labyrinthfischen.

Einrichtung des Aquariums

Wie das Becken für die Spitzschwanzmakropoden eingerichtet werden soll, beleibt weitestgehend dem Fischfreund überlassen. Ein paar wichtige Bestandteile sollte die Dekoration allerdings schon aufweisen, damit man den Ansprüchen der Tier auch gerecht wird. So ist es beispielsweise wichtig, ihnen kleine Unterstände in Form halbierter kleiner Blumentöpfe oder Bruchstücke von Kokosnussschalen anzubieten. Hierher ziehen sie sich gern zurück, und die Männchen bauen hier auch gerne ihre kleinen Schaumnester und warten auf laichwillige Weibchen. Weiterhin sind eine teilweise dichte Bepflanzung und vielleicht einige Laubblätter, etwa Eichen- oder Buchenlaub, ganz praktisch. Dazu wirken sie auch recht dekorativ. Ein derart eingerichtetes Becken, das am besten noch eine durch Schwimmpflanzen teilweise bewachsene Wasseroberfläche aufweist, nimmt den Tieren weitgehend die Scheu.

Pseudosphromenus cupanus

Pseudosphromenus Cupanus Weibchen
Pseudosphromenus cupanus Weibchen.

Die Spitzschwanzmakropode ist der Aquaristik schon seit vielen Jahren bekannt, und den meisten älteren Aquarianern ist die Art noch unter der heute gültigen wissenschaftlichen Bezeichnung Macropodus cupanus cupanus geläufig. Beheimatet sind die Fische auf der Insel Sri Lanka und in Südostindien, wo man sie vor allem in kleineren Biotopen wie Gräben, Reisfeldern oder Teichen antrifft. Hier allerdings kommen sie meistens in recht ansehnlicher Zahl vor. Die Geschlechter sind nicht leicht zu unterscheiden: Man liest oft, dass die Männchen eine ausgezipfelte Schwanzflosse haben sollen, aber diese entwickeln viele Weibchen im Alter ebenfalls. Die Männchen besitzen auch nur unwesentlich länger ausgezogene Rückenflossen. Laichreife Weibchen erkennt man jedoch schnell am hellen, prallen Bauch. Während der Balz ist dann allerdings die Unterscheidung einfach. Die Männchen werden in der Beflossung farbiger, der Körper hellt auf. Die Weibchen dagegen dunkeln eher ein, werden mitunter fast schwarz.

Pseudosphromenus dayi

Pseudosphromenus dayi Pärchen
Ein Pärchen Pseudosphromenus dayi.

Die farblich und auch von der Beflossung her wohl attraktivere Art ist der Rote Spitzschwanzmakropode Pseudosphromenus dayi. Lange Zeit nur als Unterart von Pseudosphromenus cupanus angesehen, gilt sie heute als eigenständige Art. Auch hier sind die Geschlechter nicht einfach zu unterscheiden. Am ehesten erkennt man das Männchen an seiner längeren, prächtigeren Beflossung. Besonders die mittleren Strahlen der Schwanzflosse sind stark verlängert. Ein balzendes Paar dieser bis zu sieben Zentimeter groß werdenden Labyrinthfische ist ein herrlicher Anblick.

Nachzucht der Spitzschwanzmakropoden

Pseudosphromenus dayi
Ein Männchen Pseudosphromenus dayi.

Beide Spitzschwanzmakropoden sind relativ leicht zur Nachzucht zu bringen. Die Männchen bauen an der Decke von Unterständen oder unter Pflanzenblättern kleine kompakte Schaumnester, wo sie sich mit laichwilligen Weibchen paaren. Die Eier und Jungfische werden bis zum Freischwimmen vom Männchen behütet.

© Hans Georg Evers