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Immer gern gesehen - die Metallpanzerwelse

Ganz ohne Frage ist der bekannte Metallpanzerwels Corydoras aeneus ein gern gesehener Aquarienpflegling. Viele Aquarianer haben ihn schon oft gepflegt und sich mit dieser Art sogar ihre ersten Sporen in der Welszucht verdient. Die munteren Gesellen gehören seit Jahrzehnten zum absoluten Pflichtangebot eines jeden Aquarienfachgeschäftes und zählen nicht selten zum empfohlenen Besatz des ersten Aquariums, denn durch ihre muntere Art beleben sie den ansonsten doch etwas leer erscheinenden Bodenbereich.

Corydoras aeneus - Munter und friedlich

Metallpanzerwelse
Ein Pärchen Metallpanzerwelse aus Peru.

Wer zum ersten Mal einen Trupp von Metallpanzerwelsen in einem Aquarium sieht, ist zumeist recht schnell von ihnen angetan. Munter huschen die kleinen Kerle über den Bodengrund. Ab und zu bleiben sie sitzen und schauen den Betrachter an. Dabei rollen sie nicht selten hin und wieder mit einem oder beiden Augen, was viele Menschen entzückt. Nicht zuletzt diese Eigenschaften haben die Panzerwelse im Allgemeinen zu einer sehr beliebten Gruppe von Aquarienfischen gemacht.

Wer als noch etwas unerfahrener Aquarianer einmal in die Welt der Panzerwelse vordringen will, der sollte es mit den Metallpanzerwelsen versuchen. Wie alle seine Gattungsgenossen ist er überaus friedlich und zudem verträgt er schon einmal solche Bedingungen, die andere, etwas empfindlichere Arten, nicht problemlos überstehen würden. Für ein beispielsweise 120 Liter fassendes Aquarium kann man gut einen kleinen Trupp von fünf bis acht Tieren anschaffen. Die Art erreicht eine Länge von etwa fünf Zentimeter, wobei die Weibchen meist größer und bei richtiger Ernährung auch fülliger werden. Ein Verhältnis von zwei bis drei Männchen zu drei bis fünf Weibchen ist ideal.

Anpassungsfähig

Metallpanzerwels Peru
Einen gelben Streifen besitzen Metallpanzerwelse aus Peru.

Corydoras aeneus ist ein recht anpassungsfähiger Panzerwels, der gut mit Wassertemperaturen zwischen 23° und 30°C zurechtkommt. Neutrales, mittelhartes Wasser, so wie es aus der Leitung kommt, genügt ihm zum Wohlbefinden vollkommen, und auch später, wenn die Tiere vielleicht einmal ablaichen, schlüpfen die Jungfische bei solchen Wasserwerten problemlos. Somit kann man diesen Panzerwels mit recht vielen Fischen vergesellschaften, wobei lediglich darauf zu achten ist, dass diese nicht aggressiv oder zu gefräßig sind. Ansonsten besteht die große Gefahr, dass die Panzerwelse langsam aber sicher verkümmern.

Klares sauerstoffreiches Wasser

Panzerwelse gründeln gern. Sie leben in der Natur in Gewässern mit Sandboden und suchen ihr Futter an Sandbänken, wobei sie mit den Barteln den Boden abtasten und hin und wieder ihre Schnauze in den weichen Grund bohren. So erbeuten sie kleine Insektenlarven. Im Aquarium werden sie diese Verhalten beibehalten, wenn man ihnen eine kleine Sandfläche zur Verfügung stellt. Dabei bevorzugen Panzerwelse grundsätzlich klares, sauerstoffreiches Wasser. In trüben, schlecht belüfteten oder nicht gefilterten Aquarien haben Fische aus Fließgewässern - aus solchen stammen die Panzerwelse - nichts zu suchen.

Weit verbreitet

Metallpanzerwelse Venezuela
Metallpanzerwels aus Venezuela.

Von allen bislang bekannten Panzerwels-Arten besitzt Corydoras aeneus wohl das ausgedehnteste Verbreitungsgebiet. Beschrieben wurde sie ursprünglich von Venezuela und Trinidad, doch kommt sie auch in den Ländern des Guyana-Schildes vor. Damit nicht genug, hat sie ihren Siegeszug über das gesamte nördliche und westliche Brasilien angetreten. Auch in Kolumbien, Ekuador, Peru und Bolivien wurden schon Metallpanzerwelse gefangen, die rein äußerlich nicht von ihren nördlichen Verwandten zu unterscheiden sind. Darüber hinaus kennen wir auch verschiedene Farbschläge und Zeichnungsvarianten, die alle mehr oder weniger stark an Corydoras aeneus erinnern. Ob es sich nun immer um die gleiche, oder doch um verschiedene Arten handelt, wurde seitens der Wissenschaft bisher noch nicht erschöpfend geklärt.

Langes Leben

Trotz ihrer geringen Körpergröße erreichen die Metallpanzerwelse bei entsprechend guter Pflege ein Alter von nicht selten zehn Jahren und mehr. Das sollte ein Aquarianer, der sich die Fische zulegen möchte, vor der Anschaffung bedenken und den Welsen entsprechend Platz einräumen. Doch gibt es kaum jemanden, der die Anschaffung dieser putzigen Gesellen betreut hätte; gerade sie sind es, die beispielsweise von Kindern sofort wieder erkannt und auch immer wieder gesucht werden. Bei einem solchen Familienanschluss vergehen die Jahre wie im Fluge, ohne dass es den Menschen langeilig wird.

Goldene Streifen

Einst unter dem heute als Synonym geltenden Namen Corydoras schultzei beschrieben, gibt es eine Variante, die auf der Schulter einen goldenen Streifen zeigt. Der Goldstreifen-Panzerwels ist in der Aquaristik sehr beliebt und wird am häufigsten gepflegt. Diese Form ist einfach zu pflegen und laicht beinahe ohne jede Bemühung seitens des Pflegers in einem gut gepflegten Gesellschaftsaquarium ab.

Mit Schulterfleck

Eine besonders hübsche Form stammt aus Venezuela. Im Einzug des Rio Apure lebt eine Form, die eine rötlich angehauchte Rückenflosse und einen ebenso gefärbten Schulterfleck trägt. Dieser Panzerwels ist in letzter Zeit recht beliebt geworden, da sie sich zusätzlich zu ihrer hübschen Färbung relativ problemlos nachzüchten lässt. So kann man diese Variante heute mit etwas Glück auch häufiger im Handel entdecken. Diese Variante wird auch mit ihrem Synonym Corydoras venezuelanus angesprochen, ein Name, der nach wie vor nicht wissenschaftlich fundiert begründet wurde.

Weitere Varianten

Papageienplaty
Ein Pärchen der schwarzen Zuchtform des Corydoras aeneus.

Zwischen den beiden genannten Extremformen gibt es überall in Südamerika Varianten, die der einen oder anderen Extremform ähneln. So existiert eine Form, die in ihrer Färbung weitgehend dem Goldstreifen-Panzerwels gleicht; lediglich der bezeichnende goldene Streifen fehlt den Tieren. Aus Peru kennen wir besonders hübsche Tiere, die in einigen Schwarzwasserflüssen vorkommen. Einige dieser Fische sind von goldgelber Grundfarbe, andere sind dagegen rötlich überhaucht. Auch die Schulterstreifen leuchten in den erwähnten Farben. Ob eine neongrüne Form nun eher den Corydoras aeneus oder der sehr ähnlichen, im Körper etwas gestreckten Art Corydoras melanotaenia zuzuordnen ist, ist bislang noch nicht geklärt.

Einfach zu ernähren

Corydoras aeneus sind wie die Angehörigen der Gattung keine schwierigen Kostgänger. Gute Flockenfuttersorten oder Futtertabletten sowie Frostfutter, aber selbstverständlich auch geeignete lebende Futtertiere, von denen die etwas mit Vorsicht zu reichenden Tubifex besonders gern genommen werden, reichen völlig aus. Wichtig ist vor allem, dass die Welse als Bodenbewohner auch tatsächlich genügend Futter erhalten.

© Hans Georg Evers