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In verschiedenen Regionen vertreten oft äußerlich recht ähnliche Fische einander. So findet man in Indien und Sri Lanka den großen Danio malabaricus, von dem einige Ichthyologen D. aequipinnatus abtrennen. Auf der langgestreckten Halbinsel Thailands kommt eine ebenfalls blaugelb bestreifte Danio-Art, die in der Aquaristik wahrscheinlich schon mehrmals vorhanden war, wohl aber nur selten erkannt wurde: Danio regina.

Immer stellen sich bei neu eingeführten Fischen die gleichen Fragen: Sehen sie
bekannten und bereits überall erhältlichen Arten ähnlich? Sprechen sie mehr
oder weniger an? Und verdrängen sie vielleicht eine bereits vorhandene Art?
Denn es bleibt abzuwarten, ob die gegenwärtig nicht auf vorderen Plätzen in
der Aquarianergunst liegenden Malabarbärblinge eine Ablösung erleben: D. regina
oder D. malabaricus? Attraktiv sind auf jeden Fall beide, wenn sie sich wohl fühlen.
Danio regina stammt aus Thailand und wird etwa zehn Zentimeter lang. Orangefarbene
Flossenränder, sauber geradlinige Streifen ohne Punktauflösung auf dem Vorderkörper,
ein fast ständig sichtbarer dunkler Fleck gleich hinter dem Kiemendeckel und eine
auffällige, goldrot gepunktete Rückenfirstlinie kennzeichnen diese attraktive Art.

Auch wenn man nicht züchten möchte, sollte man Männchen und Weibchen unterscheiden können, um in einer größeren Anzahl dieser schwarmbildenden Bärblinge beide Geschlechter sicher vertreten zu wissen. Denn nur durch beide Geschlechter erlebt man das mögliche Verhaltensinventar, weil die Fische auch im Gesellschaftsaquarium laichen. Die Geschlechtsunterscheidung ist bei den Danio regina denn auch denkbar einfach: Schon halbwüchsig sind die Männchen deutlich schlanker als die gedrungen wirkenden Weibchen.

Strömendes, klares Wasser ist eine wichtige Voraussetzung zum Wohlbefinden
der Königsbärblinge. Denn in ihren Heimatgebieten finden sie sich in den
Buchten kleiner und mittelgroßer Flüsse. Dort bilden sie Bestände von fast
100 Exemplaren, die zeitweilig in kleinere Gruppen zerfallen und sich bei
Störungen sofort zu einem Schwarm finden, der nur eine Fluchtrichtung kennt.
Das nutzen die Fänger, die sich nicht mit dem Jagen nach einzelnen Fischen
aufhalten. Sie sperren eine solche Bucht mit Netzen ab und scheuchen den
gesamten Schwarm hinein. Im Aquarium sollte ein starker Filter für klares
Wasser und eine Strömung an der Oberfläche sorgen. Dadurch wird der Schwarm
polarisiert. In Aquarien mit bloßer Durchlüftung hat man dagegen oft den
Eindruck, als seien die Fische ohne rechte Orientierung.
Die relativ großen Königsbärblinge brauchen viel freien Schwimmraum. Deshalb
sollte man ihnen schon größere Aquarien ab etwa 1,50 Meter Länge bieten.
Pflanzen sollten auf den Hintergrund und die Seiten beschränkt sein, einzelne
Solitäre oder rasenähnliche Büsche klein bleibender Arten stören dagegen nicht.
Wenn in einer Ecke ein Polster von Javamoos wächst, kann man dieses nach dem
Laichen herausnehmen. Einige Eier hängen gewiss darin, und man kann so ein
paar Jungfische ohne aufwändigen Zuchtansatz gewinnen. In Anwesenheit der
Elterntiere kommt gewöhnlich nichts auf.

Dabei kommt es auch beim Züchten vor allem auf Raum an. Drei Männchen und zwei
Weibchen können fast 2000 Eier ablegen und besamen, daher sollte das Aquarium
mindestens 100 Liter fassen. Hier genügen mehrere Ausströmer oder ein Schwammfilter
sowie Temperaturen zwischen 24° und 27°C. Frischwasser von 10°dGH und einem pH-Wert
um 7 reicht aus, somit kann vielfach Leitungswasser ohne weitere Bearbeitung benutzt
werden. Da die Fische dem Laich nachstellen - nicht nur die gerade nicht am Laichen
beteiligten Tiere - muss man schützende Pflanzen (Javamoos) oder ein Gitter am
Boden einbringen. Das Treiben beginnt zeitig am Morgen. Obgleich D. regina wie die
meisten Bärblinge als typischer "Schwarmfisch" gelten kann, besetzten die Männchen
vor dem Laichen zeitweilig Reviere, ehe sie sich mit dem laichbereiten Weibchen
verpaaren. Nach dem Imponierschwimmen, bei dem sie sich etwa 45 Grad aufrichten,
schlängeln sich die Männchen lockend vor dem Weibchen, ehe die Paarung durch ein
blitzschnelles Umschlingen zustande kommt. Bei der Trennung werden die Eier
verwirbelt und bleiben in den Pflanzen oder unter dem Laichschutzgitter liegen.
Schon nach zwei Tagen liegen die ersten Larven auf dem Boden. Sie tragen noch einen
großen Dottersack, den sie innerhalb der nächsten drei Tage aufzehren, ehe sie an
den Scheiben, an Blättern oder auch senkrecht unter der Oberfläche anhängen. Dort
sammeln sie sich später schwimmend in Gruppen an, und in der ersten Woche werden es
täglich mehr. Sie schlüpfen nämlich nicht alle auf einmal. Zwischen den ersten und
den letzten kann fast eine Woche vergehen.

Dadurch bedingt, ist die Brut recht uneinheitlich. Etwa zehn bis 15 Prozent wachsen
davon, die Mehrzahl bleibt etwas zurück und ein schwankender Anteil scheint überhaupt
nicht zu wachsen. Das kann auch an ungenügender Dosierung des Startfutters liegen,
doch bedingen schon die Schlupfzeiten eine Benachteiligung der zuletzt schwimmenden
Tiere. Fängt man die Vorwüchser nicht ab, werden die kleinsten von den Größten verzehrt.
Da man eine gelungene Brut ohnehin kaum unterbringen kann, sollten Liebhaberzüchter
auf die Nachzügler verzichten. Wenn die Größten aber beginnen, die Schwanzflossen der
mittleren Gruppe zu beschädigen, sollten sie abgefangen und separat aufgezogen werden.
Und dann tritt eine eigenartige Erscheinung ein: Wieder setzen sich in den nächsten
zwei Wochen etwa zehn bis 15 Prozent nach vorn ab, die schneller als das Gros wachsen.
So kann man gezwungen sein, alle drei Wochen Vorwüchser abzufischen, die sonst den
Trupp "von hinten" dezimieren würden.