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Gebänderter Hechtling - Epiplatys fasciolatus

Die Gattung Epiplatys enthält eine Reihe aquaristisch sehr interessanter und recht einfach zu pflegender Arten. Darunter sind auch einige, die teils recht unterschiedlich gefärbte Unterarten und Lokalformen entwickelt haben. Eine davon ist Epiplatys fasciolatus, populär auch Gebänderter Hechtling genannt. Selbst Experten sind sich hier bislang nicht sicher, wie man seine ganze Formenfülle unter einen Hut bringen soll. Den Aquarianer sollte dies indes nicht davon abhalten, sich näher mit diesen hübschen und reizvollen Fischen zu beschäftigen.

Mit Bändern verziert

Epiplatys
Wunderschöner Aquarienbewohner Epiplatys fasciolatus.

Sowohl der wissenschaftliche als auch der populäre Name deuten es an: Epiplatys fasciolatus und seine Formen erkennt man gut an den leicht schräg angeordneten bis zu neun Querbändern (fasciolatus = mit schmalen Bändern) auf der hinteren Körperhälfte. Blaue und rote Glanzpunkte rahmen manchmal diese Querbinden dekorativ ein. Das ist zumindest bei den immer hübscher gefärbten Männchen der Fall, während die Weibchen die Querbinden zumindest als dunkle und stimmungsabhängig manchmal auch als ganz schwarze Pigmentzonen erkennen lassen.

Große Art

Die Männchen des Gebänderten Hechtlings können bis zu neun Zentimeter Länge erreichen. Damit sind sie eine der größten Epiplatys-Arten, die wir kennen. Neben den bunteren Farben sind es auch die größeren Schwanzflossen, die die Männchen von den Weibchen unterscheiden. Die Schwanzflossen besitzen bei den Formen von Epiplatys fasciolatus immer einen blauen oder grünen oberen und unteren Rand und können bei ausgewachsenen Männchen etwas ausgefranst sein. Die Weibchen bleiben in der Regel zwei bis drei Zentimeter kleiner. Mitunter ist eine schwarze Längsbinde auf dem Körper zu sehen, die Laichbereitschaft signalisiert, also vor allem bei der Balz und beim Laichen gezeigt wird. Das ist allerdings nicht arttypisch, da andere Epiplatys-Arten diese Längsbinde ebenfalls zeigen.

Pfleglinge mit prächtigen Farben

Epiplotys fasciolatus
Auch sehr schön: Epiplotys fasciolatus.

Der Gebänderte Hechtling bietet einige Unterarten, die mit zu den schönsten Hechtlingen gehören. Die Farben sind von Unterart zu Unterart zwar verschieden, immer jedoch recht kräftig. Das liegt an den großen Leuchtschuppen, die den Körper bedecken und die blau, grün oder golden glänzen. Da große Männchen nicht scheu sind, fallen sie jedem Betrachter sofort auf. Häufiger gepflegt werden bisher:

Epiplatys fasciolatus fasciolatus

Die Stammart wird ab und an aus Guinea importiert. Typisch ist die goldene Färbung des Rückens und des Schwanzstiels bei ausgewachsenen Männchen. Auch die Weibchen sind recht hübsch und bieten noch einige Farbtupfer. Diese Stammart ist farblich auch variabel. Sie ist aus den Ländern Guinea und Sierra Leone sowie aus Liberia bekannt, wo man verschiedene Lokalformen gefunden hat.

Epiplatys fasciolatus tototaensis

Epiplatys fasciolatus tototaensis
Epiplatys fasciolatus tototaensis

Der Totota-Hechtling wurde in Liberia, nahe der Hauptstadt Liberia, zum ersten Male entdeckt und als Unterart zu Epiplatys fasciolatus beschrieben. Es ist in erster Linie die blaue Grundfärbung, die diese Unterart von der Stammform unterscheidet. Adulte Männchen sind von blauer Grundfarbe und mit leuchtenden blauen Glanzpunkten übersät. Die Tiere können eine solche Farbenpracht entwickeln, dass in dunkel gehaltenen Aquarien dominante Männchen beinahe wie von innen zu leuchten scheinen.

Epiplatys fasciolatus zimiensis

Für einige Wissenschaftler und Autoren gehört der Grüne oder "Goldfasciolatus" einer eigenständigen Art an, doch wird er von der Mehrzahl immer noch als Unterart von Epiplatys fasciolatus betrachtet. Erwachsene Männchen zeigen einen tiefgrünen Körper und leuchtend gelbe Flossen und bieten einen wunderschönen Anblick. Die Weibchen sind dagegen recht schmucklos und präsentieren sich in einem einfachen braunen Gewand. Diese Unterart ist für viele Aquarianer die schönste Form von Epiplatys fasciolatus. Man kann diese Fische im Zoofachhandel noch am ehesten entdecken, während man nach den anderen Unterarten oder Fundortvarianten vielleicht vergebens sucht.

Epiplatys fasciolatus njalaensis

Früher führt man diese Hechtlinge als Unterart zu Epiplatys fasciolatus, heute erkennt man sie als eigenständige Art an. Der Grund dafür wird klar, wenn man sich die für Epiplatys fasciolatus Färbung der Schwanzflosse anschaut. Epiplatys njalaensis zeigt kaum Querbinden auf dem Körper und auch sonst weicht die Art doch relativ stark von Epiplatys fasciolatus ab. So bleibt Epiplatys njalaensis kleiner und erreicht nur etwa sieben Zentimeter Endgröße. Leider wird auch diese Art nicht gerade häufig gepflegt, allenfalls findet man sie noch bei Spezialisten. Offenbar handelt es sich um eine der Arten, die nur kurz nach ihrer Ersteinfuhr bei den Killifischfreunden begehrt sind und dann schon bald wieder verschwinden.

Einfache Zucht und Pflege

Epiplatys fasciolatus zimiensis
Epiplatys fasciolatus zimiensis.

Dabei ist die Nachzucht des Gebänderten Hechtlings nicht einmal sonderlich schwierig. Wie bei allen Hechtlingen handelt es sich bei Epiplatys fasciolatus um ausgemachte Pflanzenlaicher, die an Pflanzen oder Laichmopps ablaichen. Die nach etwa 14 Tagen schlüpfenden Jungfische halten sich gern zwischen Oberflächenpflanzen auf, von wo man sie mit einem Löffel abfischen und in ein kleines Aufzuchtbecken überführen kann. Vom ersten Tage an lassen sich die Kleinen problemlos mit Artemia-Nauplien ernähren. Bei guter Ernährung beginnen sich die Geschlechter bereits nach fünf bis sechs Wochen umzufärben.

Die weitere Pflege ist relativ einfach. Man kann die Tiere in kleineren Gruppen gut in entsprechend großen, nicht zu hellen, bepflanzen Artenbecken pflegen. Als Oberflächenfische springen sie sehr gut, das Becken muss daher stets gut abgedeckt sein! Auch die Ernährung ist einfach, da Flockenfutter anstandslos angenommen wird. Lebendfutter - insbesondere Anflugnahrung wie Drosophila - wird natürlich klar bevorzugt.

Vergesellschaftung

Wenn man den Killifischen gerne nachsagt, sie seien heikel und eigneten sich nicht für das Gesellschaftsbecken, so trifft das auf etliche Arten zu, nicht jedoch auf Epiplatys fasciolatus. Man kann diese relativ robusten Fische beispielsweise problemlos mit nicht zu kleinen, friedlichen Salmlern oder auch Zwergbuntbarschen gemeinsam pflegen, zumal sie als Hechtlinge ja ohnehin an der Wasseroberfläche leben und deshalb mit den genannten Fischen kaum in direkte Konkurrenz geraten.

© Hans Georg Evers